Überangebot rückt näher – Heizölpreise zeigen sich dennoch fest

Nach mehreren Tagen steigender Heizölpreise zeichnet sich am internationalen Ölmarkt erstmals wieder eine leichte Entspannung ab. Die Rohölnotierungen stehen unter Druck, da sich die Lage in der Strasse von Hormus weiter normalisiert und Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran Hoffnungen auf eine nachhaltige Beruhigung der Versorgungslage wecken.

 

Mit der Rückkehr eines weitgehend störungsfreien Schiffsverkehrs rückt zudem das Thema Überangebot wieder in den Vordergrund. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die OPEC+ ihre Förderung ab August erneut ausweiten wird. Zusammen mit der verhaltenen Nachfrage belastet dies vor allem die Rohölpreise.

 

Während Rohöl nachgibt, bleiben die Preise für Ölprodukte wie Gasoil auf einem erhöhten Niveau. Raffinerieausfälle, Produktionsstörungen und eine weiterhin angespannte Versorgung mit Produkten stützen den Markt und haben dazu geführt, dass die Inlandspreise in den vergangenen Tagen kontinuierlich angestiegen sind.

 

Die Rheinfrachten zeigen sich unverändert. Die Nachfrage nach zusätzlichem Schiffsraum bleibt verhalten. Zwar sind die Pegelstände zuletzt leicht gestiegen, in den kommenden Tagen wird jedoch erneut mit sinkenden Wasserständen gerechnet.

 

Ob sich dieser Aufwärtstrend fortsetzt, hängt nun davon ab, ob sich die Schwäche am Rohölmarkt auch auf die Produktpreise überträgt. Solange Raffinerieengpässe bestehen und geopolitische Risiken im Persischen Golf nicht vollständig ausgeräumt sind, dürften deutliche Preisrückgänge bei Heizöl vorerst ausbleiben. Insgesamt bleibt die Marktlage zwar fundamental leicht bearish, kurzfristig sorgen die Produktmärkte jedoch weiterhin für Unterstützung der Heizölpreise.

Börsendaten 02.07.2026 um 09:25


ICE-Gasoil JULI: 936.25$
ICE-Brent SEP: 70.46$
NY-Rohöl WTI AUG: 67.52$
US-Dollar/CHF: 0.8080
Rheinfracht nach Basel: 68.50