Strategische Reserven sorgen für Druck auf Ölpreise

Die fundamentale Ausgangslage für die Ölfutures wurde zunächst als bullish eingeschätzt. Ausschlaggebend waren vor allem die verstärkte US-Militärpräsenz am Persischen Golf sowie die weiterhin unsicheren Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Auch Chinas Kraftstoffexporte und die anhaltenden Angriffe auf Tanker in der Strasse von Hormus stützten zunächst die Ölpreise. Charttechnisch zeigten Brent, WTI und Gasoil ebenfalls positive Signale, wobei sich bei WTI und Gasoil bereits unterschiedliche Entwicklungen abzeichneten.

Die Diskussionen über eine mögliche Freigabe strategischer Diesel- und Rohölreserven in Europa führten am Freitag zunächst zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise im europäischen Handel. Über das Wochenende zogen die Preise jedoch wieder kräftig an. Nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten und der Bestätigung der Reservenfreigabe durch US-Präsident Trump gerieten WTI und die Produktkontrakte erneut unter Druck und fielen unter wichtige Vortagesmarken. Anschliessend stabilisierten sich die Preise wieder, nachdem Brent an den gleitenden Durchschnitten GD 7 und GD 21 Unterstützung gefunden hatte.

Die G7 kündigte schliesslich an, innerhalb von vier Monaten insgesamt 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus strategischen Reserven freizugeben. Der Schwerpunkt soll dabei auf Diesel liegen. Mit der Massnahme sollen mögliche Angebotsengpässe verhindert und gleichzeitig die hohen Dieselpreise gedämpft werden. Für die US-Regierung spielt dabei auch die innenpolitische Dimension im Hinblick auf die bevorstehenden Zwischenwahlen eine Rolle.

Die OPEC7+ beschloss unterdessen, ihre Produktionsvorgaben für November unverändert zu lassen. Gleichzeitig könnten geopolitische Spannungen in der Strasse von Hormus sowie Angriffe auf russische Energieanlagen die tatsächlich verfügbare Angebotsmenge weiterhin beeinträchtigen.

Insgesamt stehen die Ölpreise derzeit zwischen gegenläufigen Kräften. Die Freigabe strategischer Reserven und steigende Liefermengen aus dem Nahen Osten wirken preisdämpfend, während die anhaltenden Risiken für die Energieinfrastruktur und die Schifffahrt im Golf weiterhin stabilisierend auf die Preise wirken.

 

Börsendaten 05.10.2026 um 09:03
ICE-Gasoil OKT: 1393.50$
ICE-Brent DEZ: 101.69$
NY-Rohöl WTI NOV: 90.08$
US-Dollar/CHF: 0.8301
Rheinfracht nach Basel: 285.00