Steigende Ölpreise sorgen auch in der Schweiz für Nervosität

Zum Start in die neue Woche bleiben die Ölmärkte klar im Aufwärtstrend. Auslöser ist weiterhin die angespannte Lage im Persischen Golf, nachdem diplomatische Bemühungen bislang keine Entspannung gebracht haben. Neue Berichte über Drohnenangriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien sorgen zusätzlich für Verunsicherung an den Finanz- und Rohstoffmärkten.

 

Die fragile Waffenruhe gerät damit weiter unter Druck. Marktbeobachter warnen zunehmend vor einer möglichen Eskalation des Konflikts. Laut IG-Analyst Tony Sycamore könnten weitere militärische Aktionen der USA oder Israels gegen den Iran erneute Angriffe auf Energieanlagen und wichtige Infrastruktur in der Golfregion nach sich ziehen.

 

Die steigenden Spannungen wirken sich inzwischen auch deutlich auf die internationale Ölversorgung aus. Seit Beginn der militärischen Angriffe Ende Februar haben sich die Rohölpreise um mehr als 50 Prozent verteuert. Besonders kritisch bleibt die Situation rund um die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit. Einschränkungen im Schiffsverkehr belasten den Markt zusätzlich und schüren Sorgen über mögliche Angebotsengpässe.

 

Auch in der Schweiz wächst deshalb die Nervosität. Zwar gilt die Versorgungslage derzeit weiterhin als stabil, doch die starken Preisbewegungen an den internationalen Ölbörsen schlagen zunehmend auf den Schweizer Markt durch. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf höhere Energiekosten einstellen, sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen.

 

Experten sehen darin auch ein Risiko für die Weltwirtschaft. Jason Schenker von Prestige Economics warnt davor, dass dauerhaft hohe Ölpreise die Inflation erneut antreiben und die Zinsen länger auf erhöhtem Niveau halten könnten. Gleichzeitig steige die Gefahr einer Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums.

 

Die Internationale Energieagentur IEA hatte zuletzt bereits auf eine zunehmend angespannte Versorgungslage hingewiesen. Entsprechend bleiben die fundamentalen Rahmenbedingungen aus Marktsicht klar bullish. Zum Wochenauftakt ziehen die Ölnotierungen erneut an, was im Vergleich zum Freitagvormittag für spürbare Aufschläge sorgt.

 

Börsendaten 18.05.2026 um 08:52
ICE-Gasoil JUN: 1216.50$
ICE-Brent JUL: 111.13$
NY-Rohöl WTI JUN: 107.70$
US-Dollar/CHF: 0.7856
Rheinfracht nach Basel: 34.50