Preise schwanken, der Winter kommt sicher

Eine turbulente Woche liegt hinter dem Ölmarkt. Zuerst brachen die Preise so stark ein wie seit über sechs Jahren nicht mehr, dann folgte am Donnerstag eine kräftige Gegenbewegung. Unter dem Strich bleibt dennoch ein Wochenminus von rund 15%, der grösste Verlust seit April 2020.

 

Auslöser des Preiseinbruchs zu Wochenbeginn war die Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen. Am Markt wuchs die Hoffnung, dass sich der seit neun Monaten andauernde Konflikt mit dem Iran entschärfen könnte. Am Mittwoch fielen die Preise um 8% auf den tiefsten Schlussstand seit zwei Monaten.

Eine Einigung ist jedoch noch weit entfernt. Der Iran knüpft die vollständige Öffnung der Strasse von Hormus an die Aufhebung der US-Seeblockade, Sanktionslockerungen und die Freigabe eingefrorener Gelder. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass Teheran Vermittlungsvorschläge Katars zum Atomprogramm prüft. In Washington stehen laut Medienberichten neue Angriffe, weiterer wirtschaftlicher Druck oder ein Abkommen mit Zugeständnissen zur Diskussion.

Wie zerbrechlich die Lage bleibt, zeigten erneute Angriffe auf Tanker im Persischen Golf. Viele Analysten halten den Ausverkauf vom Mittwoch deshalb für übertrieben: Der Iran kontrolliere die Meerenge weiterhin, die Durchflussmengen lägen unter 60% der Kapazität. Verlässliche Zahlen sind allerdings rar, da die Angaben zu den Exporten aus der Region seit Wochen widersprüchlich sind. Saudi-Arabien hat derweil im Kampf um Marktanteile seine Preise für Asien erneut gesenkt.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten sind neben dem Rohölpreis auch der Wechselkurs des Frankens zum US-Dollar sowie die Preise für Heizöl und Diesel an der Rotterdamer Börse entscheidend. Der starke Preisrückgang zu Wochenbeginn hat sich zwar teilweise in tieferen Heizöl-, Diesel- und Benzinpreisen niedergeschlagen. Durch den Anstieg vom Donnerstag sind die Schweizer Heizölpreise heute Morgen jedoch wieder spürbar höher als noch gestern.

Unsere Einschätzung

Der Markt befindet sich in einer Abwartehaltung, was der politische Wechsel in den USA konkret bedeutet. Die Lage bleibt sehr schwankungsanfällig. Eine diplomatische Lösung könnte die Preise weiter sinken lassen, neue Zwischenfälle in der Golfregion dagegen rasch für Aufschläge sorgen.

Unabhängig von der Preisentwicklung gilt: Die ersten kalten Tage und Nächte liegen bereits hinter uns. Erfahrungsgemäss geht ein Tank in dieser Jahreszeit schneller zur Neige, als man denkt. Ein leerer Tank im Winter bedeutet nicht nur eine kalte Wohnung, sondern oft auch Zusatzkosten durch Expresslieferungen und mögliche Störungen an der Heizanlage. Prüfen Sie deshalb jetzt Ihren Tankinhalt und bestellen Sie rechtzeitig, damit Sie sicher und sorgenfrei durch den Winter kommen.

Börsendaten 06.11.2026 um 08:40
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