Nach einem zunächst angespannten Wochenende sorgten überraschend konstruktive Gespräche zwischen den USA und dem Iran für etwas Entspannung und nahmen dem Markt einen Teil der zuvor eingepreisten Risikoprämie. Gleichzeitig blieb die Lage in der Strasse von Hormus unsicher, auch wenn es keine unmittelbare Eskalation gab und der Schiffsverkehr weiterhin lief.
Im Tagesverlauf rückten dann vor allem Angebotsfaktoren in den Vordergrund. Mehrere Förderländer aus der Golfregion konnten ihre Exporte trotz Spannungen weiter steigern oder alternative Lieferwege nutzen, was die Versorgung am Weltmarkt stützte. Besonders wichtig war zudem die vorübergehende Lockerung von US-Sanktionen gegen den Iran, die den Export iranischen Öls kurzfristig wieder erleichtert und zusätzliches Angebot in den Markt gebracht hat.
Händler begannen zunehmend damit, ein künftig ausgeglicheneres oder sogar besser versorgtes Marktumfeld einzupreisen, statt eine akute Knappheit zu erwarten.
Gleichzeitig blieb aber eine hohe Unsicherheit bestehen, da der Friedensprozess fragil ist und jederzeit wieder kippen kann. Insgesamt überwog am Ende die Einschätzung, dass kurzfristig mehr Öl auf den Markt kommt und die geopolitische Spannung etwas nachlässt, während die strukturelle Unsicherheit im Hintergrund bestehen bleibt.
Trotz des sehr heissen und sonnigen Wetters blieben die Rheinfrachten seit letztem Freitag stabil.
Börsendaten 23.06.2026 um 08:48
ICE-Gasoil JULI: 860.75$
ICE-Brent AUG: 76.76$
NY-Rohöl WTI AUG: 72.83$
US-Dollar/CHF: 0.8090
Rheinfracht nach Basel: 53.00