Die internationalen Energiemärkte stehen weiterhin unter erheblichem Einfluss der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran sorgt für steigende Risikoprämien und belastet die weltweiten Lieferketten.
Nach dem Ende des Waffenstillstands haben sich die Luftangriffe im Persischen Golf intensiviert. Gleichzeitig ist der Tankerverkehr durch die strategisch wichtige Strasse von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen. Da rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels diese Passage nutzt, reagieren die Börsen entsprechend mit deutlichen Preisaufschlägen.
Zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugt das von Russland verhängte Diesel-Exportverbot. Dadurch verschärft sich die ohnehin angespannte Versorgungslage auf dem internationalen Dieselmarkt.
Zwar wirken weiterhin einige preisentlastende Faktoren wie die geplante Förderausweitung der OPEC+ sowie die Aussicht auf ein mittelfristiges Überangebot am Ölmarkt. Diese Entwicklungen treten aktuell jedoch klar hinter den geopolitischen Risiken zurück.
Auch die Logistik steht zunehmend unter Druck. Aufgrund der anhaltend niedrigen Wasserstände auf dem Rhein gelten für Transporte bis Basel erhöhte Frachten. Die eingeschränkten Beladungsmöglichkeiten der Binnenschiffe führen zu steigenden Transportkosten und können die Versorgung zusätzlich verteuern.
Kurzfristig bleibt die Marktentwicklung von Unsicherheit geprägt. Solange die Lage im Persischen Golf angespannt bleibt und der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus eingeschränkt ist, muss mit weiterhin hohen und volatilen Energiepreisen gerechnet werden. Die erhöhten Rheinfrachten verstärken den Kostendruck zusätzlich.