Ölmarkt im Spannungsfeld von Geopolitik und Angebot

Ölmarkt im Spannungsfeld von Geopolitik und Angebot

Die Ölpreise an den Börsen ICE und NYMEX haben am Dienstag einen Teil der deutlichen Verluste vom Wochenbeginn wieder wettgemacht. Unterstützung kam vom Handelsabkommen zwischen den USA und Indien sowie von neuen Sorgen über die Lage im Nahen Osten. Viele Marktteilnehmer zweifeln daran, dass die jüngste Entspannung zwischen Washington und Teheran von Dauer ist.

Neue Zwischenfälle mit Drohnen und Öltankern haben die Unsicherheit zusätzlich erhöht. Experten sprechen von einer sehr instabilen Situation, die jederzeit eskalieren könnte. Entsprechend ist wieder eine geopolitische Risikoprämie im Ölpreis enthalten. Wie schnell diese verschwindet, hängt davon ab, ob die angekündigten Gespräche zwischen den USA und dem Iran echte Fortschritte bringen. Eine Einigung könnte zu einer Lockerung der Sanktionen führen und das iranische Ölangebot erhöhen.

Auch die Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA stehen im Fokus der Märkte. Fortschritte in Richtung Frieden könnten die Sanktionen gegen Russland lockern und damit das globale Ölangebot ausweiten. Das jüngste Abkommen zwischen den USA und Indien, das Indien vom Kauf russischen Öls abhalten soll, könnte Russland zusätzlich zu Kompromissen bewegen.

Die OPEC+ plant weiterhin keine Fördererhöhungen bis mindestens Ende März. Gleichzeitig warten die Händler auf neue US-Daten zu Lagerbeständen und Arbeitsmarkt. Erste Zahlen deuten auf sinkende Ölvorräte hin, was die Preise stützt. Insgesamt notieren die Ölpreise nahe den Vortageshochs, und auch für die Schweizer Inlandspreise ergeben sich leichte Aufwärtstendenzen.

Börsendaten 04.02.2026 um 08:46
ICE-Gasoil FEB: 696.50$
ICE-Brent APR: 67.47$
NY-Rohöl WTI MÄR: 63.48$
US-Dollar/CHF: 0.7758
Rheinfracht nach Basel: 45.00