Der November ist da. Und mit ihm kehrt ein Thema zurück, das in den vergangenen Wochen beinahe etwas in Vergessenheit geraten ist: Der Winter steht vor der Tür – und die Energieversorgung in der Schweiz steht weiterhin unter Druck.
Kalte Nächte, kräftige Winde und steigender Heizölverbrauch
Die aktuellen Wetterprognosen zeigen deutlich, wohin die Reise geht. Die Temperaturen sinken, die Nächte werden empfindlich kalt und eine kräftige Bise sorgt vielerorts für zusätzliche Abkühlung. Tagsüber erreichen die Temperaturen teilweise nur noch 5 bis 9 Grad, nachts bewegen wir uns bereits in Richtung Gefrierpunkt.
Was das bedeutet, dürfte jedem Hausbesitzer klar sein: Die Heizungen laufen wieder auf Hochtouren!
Mit den tieferen Temperaturen steigt der Heizölverbrauch deutlich an. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Heizöl zu – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Versorgung auf dem Transportweg alles andere als einfach ist.
Der Rhein bleibt das grosse Sorgenkind
Die aussergewöhnlich tiefen Wasserstände auf dem Rhein beschäftigen die Schweizer Mineralölbranche weiterhin intensiv.
Die Rheinschifffahrt, eine der wichtigsten Versorgungsadern für die Schweiz, ist nach wie vor stark eingeschränkt. Schiffe können teilweise gar nicht mehr verkehren oder müssen ihre Ladung massiv reduzieren. Das hat direkte Auswirkungen auf die Warenverfügbarkeit und die Transportkosten.
Was normalerweise unkompliziert per Schiff in die Schweiz gelangt, muss nun aufwendig über alternative Transportwege organisiert werden.
Doch auch auf der Schiene und auf der Strasse sind die Kapazitäten begrenzt. Die gesamte Logistikkette steht unter erheblichem Druck.
Diesel: Der Bund greift auf die Pflichtlager zurück
Wie angespannt die Versorgungssituation tatsächlich ist, zeigt die Freigabe der strategischen Pflichtlager durch den Bund.
Bis zu 45 Millionen Liter Diesel wurden für den Bezug aus den Pflichtlagern freigegeben, um die eingeschränkten Importmöglichkeiten zu überbrücken und die Versorgung des Schweizer Marktes sicherzustellen.
Das ist eine wichtige Massnahme und verschafft dem Markt dringend benötigte Entlastung.
Es zeigt aber auch: Die Schweiz ist bei der Versorgung mit flüssigen Energieträgern stark von funktionierenden Transportwegen abhängig. Wenn der Rhein als zentraler Importweg ausfällt, geraten selbst gut eingespielte Lieferketten rasch unter Druck.
HVO 100: Aktuell keine Ware verfügbar!
Besonders schwierig präsentiert sich die Situation beim erneuerbaren Dieseltreibstoff HVO 100.
Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen auf dem Rhein können die dringend benötigten Schiffsladungen derzeit nicht in die Schweiz transportiert werden.
Die Folge: Aktuell ist kein HVO 100 in der Schweiz verfügbar.
Wann sich die Versorgungslage wieder normalisiert, hängt massgeblich von der Entwicklung der Wasserstände und der Wiederaufnahme der regulären Transporte ab.
Wir verfolgen die Situation laufend und informieren unsere Kunden, sobald wieder Ware verfügbar ist.
Unsere Empfehlung: Nicht bis zum letzten Liter warten!
Die kommenden Wochen dürften anspruchsvoll bleiben. Sinkende Temperaturen, steigender Heizölverbrauch und eingeschränkte Transportkapazitäten bilden eine Kombination, die wenig Spielraum für kurzfristige Bestellungen lässt.
Wer seinen Heizöl- oder Dieselvorrat rechtzeitig ergänzt, reduziert das Risiko von Lieferengpässen und vermeidet unnötigen Zeitdruck.
Unser Team setzt alles daran, auch unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen.
Börsendaten 03.11.2026 um 08:35 Uhr
ICE-Gasoil NOV: 1422.25$
ICE-Brent JAN: 106.61$
NY-Rohöl WTI DEZ: 98.02$
US-Dollar/CHF: 0.8150
Rheinfracht nach Basel: 270.00