Die Lage an den internationalen Energiemärkten bleibt angespannt. Nachdem es in den vergangenen Tagen zu erneuten Angriffen auf Handelsschiffe in der Strasse von Hormus gekommen war, haben die USA militärisch auf iranische Ziele reagiert und gleichzeitig ihre Sanktionen gegen den Iran verschärft. Damit wächst die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Persischen Golf – einer der wichtigsten Transportrouten für den weltweiten Ölhandel.
Zusätzlich stützen sinkende US-Lagerbestände bei Rohöl und Mineralölprodukten die Preise. Auch die anhaltenden Angriffe auf russische Raffinerien und Ölanlagen sorgen weiterhin für Unsicherheit bei der Versorgung mit Ölprodukten.
Dem stehen jedoch längerfristig preisberuhigende Faktoren gegenüber. Die OPEC+ erhöht ihre Fördermengen weiter, Saudi-Arabien exportiert inzwischen wieder nahezu auf Vorkriegsniveau und zahlreiche Analysten rechnen mittelfristig mit einem Überangebot am Ölmarkt. Auch der Tankerverkehr im Persischen Golf normalisiert sich schrittweise, auch wenn die Exportmengen derzeit noch deutlich unter dem Vorkriegsniveau liegen.
Höhere Rheinfrachten verteuern die Versorgung!!
Zusätzlich wirken sich derzeit die niedrigen Wasserstände auf dem Rhein auf die Inlandspreise aus. Tankschiffe können nur eingeschränkt beladen werden, wodurch die Frachtraten – insbesondere für Transporte bis Basel – deutlich gestiegen sind. Diese höheren Logistikkosten schlagen sich unmittelbar auf die Beschaffungspreise für Heizöl und Diesel in der Schweiz.
Kurzfristig bleiben die Preise aufgrund der geopolitischen Risiken, der angespannten Versorgungslage bei Ölprodukten und der gestiegenen Transportkosten auf dem Rhein unterstützt. Mittelfristig dürfte das steigende Ölangebot der OPEC+ jedoch preisdämpfend wirken. Insgesamt bleibt mit einer hohen Volatilität an den Energiemärkten zu rechnen.