Friedensgespräche zwischen Hoffnung und Eskalation

Die Ölmärkte bleiben weiterhin stark von geopolitischen Entwicklungen geprägt. Zwar gibt es Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran über eine Verlängerung der Waffenruhe und eine mögliche Öffnung der Strasse von Hormus, gleichzeitig sorgen neue militärische Spannungen weiterhin für Unsicherheit.

Die Risikoprämie ist zwar leicht gesunken, der Markt bleibt jedoch skeptisch, ob den diplomatischen Aussagen tatsächlich konkrete Massnahmen folgen.

Analysten warnen weiterhin vor einem strukturellen Angebotsdefizit am Ölmarkt. Trotz möglicher Fortschritte bei den Verhandlungen fehlen global weiterhin rund 10 bis 11 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Die Versorgungslücke wird derzeit vor allem durchsinkende Lagerbestände ausgeglichen, die sich inzwischen auf Mehrjahrestiefs befinden.

Sollte es kurzfristig keine Einigung und keine nachhaltige Öffnung der Strasse von Hormus geben, könnte sich die Lage schnell wieder verschärfen. Einige Marktbeobachter rechnen dann im Juli mit deutlich steigenden Ölpreisen.

Aktuell zeigt sich zwar eine leichte Entspannung, da einzelne Tanker die Meerenge passieren konnten, offiziell bleibt die Blockade der Strasse von Hormus jedoch bestehen.

Die USA führten trotz laufender Gespräche neue Angriffe auf iranische Ziele durch. Gleichzeitig warnt Russland vor einer weiteren Eskalation der Angriffe auf Kiew. Beide Konflikte erhöhen das Risiko neuer Störungen bei Energieexporten.

Kurzfristig zeichnet sich nach den jüngsten Rückgängen an den internationalen Ölbörsen eine spürbare Entlastung bei den Inlandspreisen ab.

Börsendaten 26.05.2026 um 09:20
ICE-Gasoil JUN: 1078.00$
ICE-Brent JUL: 99.12$
NY-Rohöl WTI JUL: 92.56$
US-Dollar/CHF: 0.7848
Rheinfracht nach Basel: 34.50