Widersprüchliche Meldungen rund um die Gespräche zwischen den USA und Iran sorgen weiterhin für hohe Nervosität an den Ölmärkten. Trotz der jüngsten Preisrückgänge notieren die Ölpreise noch immer deutlich über dem Niveau vor Ausbruch des Konflikts. Viele Marktteilnehmer setzen nach wie vor auf eine diplomatische Lösung und die Wiederöffnung der Strasse von Hormus, einer der wichtigsten Transportrouten für den weltweiten Ölhandel.
Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch. Während politische Signale auf Fortschritte bei den Verhandlungen hindeuten, bestehen weiterhin erhebliche Zweifel an einer schnellen Einigung. Entsprechend reagieren die Märkte äusserst sensibel auf jede neue Schlagzeile.
Gleichzeitig bleibt die Versorgungslage angespannt. Die kriegsbedingten Lieferausfälle im Nahen Osten haben zahlreiche Länder dazu veranlasst, auf kommerzielle und strategische Reserven zurückzugreifen. Da Öltransporte aus der Golfregion mehrere Wochen unterwegs sind, können bestehende Versorgungslücken nicht kurzfristig geschlossen werden. Dies führt zu sinkenden Lagerbeständen und verstärkt die Sorge vor einer Verknappung des Angebots.
Sollte die Strasse von Hormus länger eingeschränkt bleiben, könnten die globalen Vorräte an Rohöl und Raffinerieprodukten auf die niedrigsten saisonalen Niveaus der vergangenen Jahre fallen. Die fundamentale Marktlage bleibt deshalb vorerst stützend für die Preise.
Für den weiteren Verlauf bleibt die Entwicklung der Verhandlungen entscheidend. Ein belastbares Abkommen zwischen den USA und Iran könnte die Versorgungssorgen deutlich entschärfen und den Preisdruck reduzieren. Bis dahin bleibt das Risiko weiterer Preisschwankungen jedoch hoch.
Börsendaten 21.05.2026 um 08:38
ICE-Gasoil JUN: 1162.75$
ICE-Brent JUL: 106.33$
NY-Rohöl WTI JUL: 99.47$
US-Dollar/CHF: 0.7868
Rheinfracht nach Basel: 34.50